Tontipp Nr.33

Nachdem ich in den Tontipps 28 und 29 bereits das Thema Stereomikrofonierung gestartet habe, soll es hier nun eine Fortsetzung geben.

Es gibt zwei unterschiedliche Prinzipien für das räumliche Hören und Aufnehmen: Die Intensitätsstereofonie und die Laufzeitstereofonie.

Laufzeitstereofonie
Bei der Laufzeitstereofonie führen Laufzeitdifferenzen des Signals an den beiden Mikrofonkapseln zu ebensolchen Unterschieden bei den Wiedergabelautsprechern. Dies entspricht auch unserem Hören, bei dem die Trommelfelle in einem bestimmten Abstand zueinander stehen und das Signal einer Schallquelle von links eher am linken Trommelfell ankommt als beim rechten (wo es zunächst „um den Kopf laufen“ muss).


Intensitätsstereofonie
Bei der Intensitätsstereofonie sind die Pegelunterschiede des Signals maßgebend. Hier sitzen die Mikrofonkapseln vertikal gesehen genau übereinander und weisen keinerlei Laufzeitunterschiede auf. Ein „lauteres“ Signal von links mit einem um 3 dB höheren Pegel gegenüber rechts, wird später vom Hörer als
halblinks geortet. Überhaupt entspricht diese Art der Signalverarbeitung auch der Verarbeitung in den
Mischpulten und führt letztendlich zu einer besseren Lokalisierbarkeit gegenüber der Laufzeitstereofonie, während diese wiederum ein besseres räumliches Abbild erzeugt.

LAUFZEITSTEREOFONIE UND INTENSITÄTSSTEREOFONIE SIND VERANTWORTLICH FÜR DAS RÄUMLICHE ABBILD UND DIE LOKALISIERBARKEIT IM STEREOPANORAMA!

Experimentelle Klänge live

Trailer 10 Jahre Netzwerk Hammerschmiede Jubiläumsausstellung

Die Ausstellung zum zehnjährigen Jubiläum meines Künstler-und Musikervereins Netzwerk Hammerschmiede hatte ich ja bereits angekündigt. Am nächsten Samstag und Sonntag ist sie noch einmal von 17-20h geöffnet und zur Finissage am Sonntag spiele ich ab 17.30h mehrere kurze Klanginstallationen mit Wasserharfe, Kaoss Pad und Quadrantid. Ihr seid herzlich eingeladen, der obige Trailer bietet einen kleinen Vorgeschmack auf den Sound.

Sonntag, 08.09.2019: Finissage der Jubiläumsausstellung im Speisesaal der Hammerschmiede, Wolfhager Str.109 in Rothenditmold mit experimentellen Klängen von Tobias Böhm ab 17.30h

Tontipp Nr.32

Eine Einflugschneise eines vielgenutzten Flughafens ist kein Drehort, an dem Originalton möglich ist. Selbst die entfernteren Geräusche der Flieger sind so unregelmäßig, daß es schlichtweg nicht möglich ist, geschnittenem Filmmaterial einen durchgängigen Ton und den Eindruck einer kontinuierlichen Geschichte zu geben. Am besten sollten solche Drehorte schon im Vorfeld verworfen werden.

FLUGZEUGGERÄUSCHE UNBEDINGT VERMEIDEN!

Gott kommt: Cultus

Meine Lieblingsfolge!

Every sunday the priest tries once again to bring the people of his little village to the church service. No one appears. But that is not enough: the priest faces a hard challenge…

Written, directed and animated by Stefan Vogt

Sound: Christian Wittmoser, Tobias Böhm, bvft

Rückblick auf 2010: Die Gedanken sind frei (von Urte Zintler)

Während eine alte Frau versucht, sich der Strophen des berühmten Volksliedes „Die Gedanken sind frei“ zu erinnern und bruchstückhaft mit gebrochener Stimme summt und singt, kommen streiflichtartig Erinnerungen ihres Lebens vor ihr Auge – vielleicht schöne, vielleicht tragische Momente. Und immer weniger und schwächer werden die Erinnerungen und verschwinden schließlich ganz…

Regie, Buch, Animation:     Urte Zintler
Geräusche/Mischung:   Tobias Böhm

Auszeichnungen:

  • „Special Mention“ awarded by the international jury at:  Tricky Women Festival 2011 in Vienna, Austria
  • Goldmedallie für „bester Trickfilm“ auf dem Bundesfilmfestival
  • 1.Preis für den „besten Trickfilm“ auf dem Landesfilmfestival MV, Rostock
  • „Octobre Rouge Videokunst – Preis“, verliehen auf dem Octobre Rouge Videokunstfestival in Luxembourg / 01. Oktober 2010
  • Preis „Beatrix“ für die beste Animation auf dem „18.Rostocker FilmFest“ / 23. September 2010
  • nominiert für den „Lotte-Reininger-Preis“ (ITFS) / Mai 2010
  • „Kurzfilm des Monats Februar 2010″ verliehen von der FBW / Februar 2010
  • Prädikat „Besonders Wertvoll verliehen von der FBW / Februar 2010
Die GedankenSindFrei1 1024x576

Tontipp Nr.31

Und gleich noch ein Tipp zur Reduktion des Halls: Natürlich reduziert auch Teppichboden den Hall! Es gilt auch hier: Viel hilft viel und flauschig dick ist auch besser!

LEGT GROSSFLÄCHIG TEPPICHBODEN AUS UM HALL ZU REDUZIEREN!

Tontipp Nr.30

Bei der Auswahl eines Drehortes wird leider viel zu selten die Akustik bedacht – oder es ist schlichtweg aus Budgetgründen nicht möglich, den tontechnischen Anforderungen gerecht zu werden. Ein typisches Beispiel: Es wird in einem großen Raum oder gar einer Halle gedreht, doch der Originalton soll hallfrei sein.

In dem Fall kann es helfen, großflächig dicken Stoff wie Molton aufzuhängen um die Hallfahne zu reduzieren. Wichtig dabei: Viel hilft viel!

REDUZIERT HALL MIT VIEL MOLTON!

Das Foto zeigt ein Beispiel dafür aus einem Erklärfilmdreh, den ich vergangene Woche tontechnisch begleitet habe…

Netzwerk Hammerschmiede: Ausstellung zum zehnjährigem Vereinsjubiläum

10 JAHRE NETZWERK HAMMERSCHMIEDE E.V.: GEMEINSCHAFTSAUSSTELLUNG IM SPEISESAAL

Vor zehn Jahren wurde der Verein Netzwerk Hammerschmiede e.V. von bildenden Künstlern und Musikern, die Ateliers und Proberäume in der Hammerschmiede in Rothenditmold gemietet haben, gegründet und genauso lang bin ich bereits Co-Vorsitzender des Vereins. Vereinsziel war es einerseits nach einem Eigentümerwechsel den Erhalt der Räume für die kulturelle Nutzung zu sichern, andererseits die Kulturschaffenden zu vernetzen und im Stadtteil Kunst und Kultur zu fördern.

Im ehemaligen Speisesaal der Hammerschmiede sind nun anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Vereins eine Ausstellung der bildenden Künstler und Auftritte der Musiker des Vereins geplant. Gezeigt werden Beiträge aus den Bereichen Zeichnung, Malerei, Grafik, Fotografie und Bildhauerei. Zu sehen sind auch erfolgreiche Kurzfilme, die unter der Regie von Vereinsmitgliedern entstanden und im Speisesaal gedreht wurden.

Folgende Künstler sind beteiligt:
Sabine Beck, Hank Ockmonic, SiGi Böttcher, Shpresa Faqi, Astrid Hülsmann, Günther Knickrehm, Ruth Lahrmann, Isabel Lopez-Traudt, Anne Rink, Alfred Rose, Julian Rossmeisl, Hildegard Schwarz

Wolfhager Straße 109, Speisesaal
Eröffnung: Freitag, den 23.8.2019 um 19 Uhr

Öffnungszeiten: 24.8. – 8.9.2019, jeweils Samstag und Sonntag von 17 – 20 Uhr.

Tontipp Nr.29

Nachdem ich im Tipp Nr.28 erläutert habe, in welchem Fall bevorzugt stereofon aufgenommen werden sollte, möchte ich nun auf unterschiedliche Stereomikrofonierungsverfahren hinweisen. Die Verfahren unterscheiden sich darin, wie kompatibel das Ergebnis zur monowiedergabe ist, wie breit das akustische Bild erscheint und wie portabel, aufwendig und platzsparend der Mikrofonaufbau ist.

Bevor ich allerdings im Detail auf die beliebtesten und gebräuchlichsten Verfahren eingehe, ist es notwendig, die Richtcharakteristiken von Mikrofonen zu kennen. Viele Themen also für zukünftige Tipps, hier jetzt aber schonmal der übergeordnete Ratschlag:

WÄHLE DAS PASSENDE STEREOMIKROFONIERUNGSVERFAHREN!

Sonntag, 11. August, 11 und 14 Uhr, Vorführung des Films „Blumen made in Trutzhain” (Regie: Julia Charlotte Richter)

Im Rahmen des Blauen Sonntag – Tag der Industriekultur gibt es zwei Vorführungen des Films „Blumen made in Trutzhain“, der im Jahr 2013 unter der Regie von Julia Charlotte Richter entstand und zu dem ich die Originaltonaufnahmen und die Tonmischung beigetragen habe.

Sonntag, 11. August, 11 und 14 Uhr, Vorführung des Films „Blumen made in Trutzhain”, Dauer ca. 45 Minuten  Treffpunkt: Gedenkstätte und Museum Trutzhain, Seilerweg 1, Schwalmstadt-Trutzhain

https://www.blauer-sonntag.de/programm-2019/schwalmstadt-lumpe/

BLUMEN MADE IN TRUTZHAIN

Die Kunstblumenfabrik gehörte zu den ersten Unternehmen, die sich nach Flucht und Vertreibung 1948 in den Baracken des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag IX A ansiedelten. Die Fabrik musste im Jahr 2003 ihre Türen schließen, noch ist alles unverändert. Maschinen, Stoffe, Model, Stechuhr und natürlich viele Kunstblumen in allen Farben und Formen gibt es zu entdecken. Der 2013 fertiggestellte Film der Filmemacherin Julia Charlotte Richter mit dem Titel „Blumen made in Trutzhain” gibt einen hervorragenden Einblick in die Geschichte und die Welt der Kunstblumenfabrik Lumpe.

„Gott kommt“ mit eigener Homepage

Zwei Teile der Serie „Gott kommt“ (Stefan Vogt) habe ich bereits hier verlinkt, doch die Serie hat auch eine eigene Homepage! Worum gehts?

GOTT KOMMT! ist eine animierte, farbige Zeichentrickserie aus
12 Episoden à 3:00 Min und erzählt die Geschichte eines Pfarrers und
seines Dorfes. Jeden Sonntag versucht der Pfarrer, seine kleine Gemeinde mittels Glockengeläut und Orgelspiel in die Messe zu locken.
Niemand kommt. Stattdessen wartet auf den Pfarrer eine echte
Herausforderung…

„Besonders wertvoll“ befindet nicht nur die Filmbewertungsstelle! Hier der Link zur Homepage: www.gott-kommt.de

Tontipp Nr.28

Mono oder stereo aufnehmen? Die Frage ist einfach zu beantworten: Handelt es sich um eine einzelne Klanquelle wie z.B. eine sprechende Person? Dann ist eine einzige Mikrofonkapsel die richtige Wahl.

Wenn zwei oder mehr Personen sprechen, dann handelt es sich weiterhin um einzelne Schallquellen. Die kann man mit einem Mikrofon an der Angel einfangen oder – wenn die Distanzen zwischen den Sprechern zu groß sind – mit zwei oder noch mehr Angelmikrofonen. Für den fertigen Film werden diese Mikrofone dann mittig im Stereobild positioniert. Dadurch entsteht dann der fertige O-Ton in mono.

Mit Stereofonie  werden Techniken bezeichnet, die mit Hilfe von zwei oder mehr Schallquellen einen räumlichen Schalleindruck beim natürlichen Hören erzeugen. Dafür braucht es auch mindestens zwei Mikrofone, die in einer bestimmten Anordnung aufgebaut werden müssen. Zu den möglichen Stereomikrofonierungsverfahren werde ich in naher Zukunft noch mehrere Tipps geben. An dieser Stelle aber die wichtige Erkenntnis:

HANDELT ES SICH UM EINE ATMOSPHÄRE, DIE AUS VIELEN SCHALLEREIGNISSEN BESTEHT, SOLLTET IHR IN STEREO AUFNEHMEN!

Was sind also solch typische Atmosphären, kurz Atmos? Die Geräusche der Stadt, der Wind in den Blättern der Bäume, die Wellen am Meer, die Geräuschwelt in einer Produktionshalle, der Kuhstall auf einem Bauernhof, die Besucher einer Messe, die Betriebsamkeit in einem Büro usw.

Und hier mal beispielhaft eine Schrebergartenatmo an einem heißen Sommertag:

Sommerstimmung im Schrebergarten am Stadtrand Kassels, Stereoatmosphäre mit internen Mikrofonen des Sony PCM-D100 in ORTF-ähnlicher Anordnung