Artist Talk mit Julia Charlotte Richter zu „Blumen made in Trutzhain“

„Blumen made in Trutzhain“ ist ein Dokumentarfilm von Julia Charlotte Richter, zu dem ich 2013 die Originaltonaufnahmen und die Mischung übernommen habe. Zuletzt war der Film zu sehen im Erfurter Kunsthaus als Teil der Ausstellung „Blumenfabrik“ von Marcel Krummrich feat. Julia Charlotte Richter. Hier der Text des Kunsthauses zur Ausstellung und ein interessanter Artist Talk zwischen den beiden, in dem die Künstlerin auch die Produktion des Films beschreibt.

Die Ausstellung BLUMENFABRIK der Galerie | Kunsthaus Erfurt ist eine fotografische Spurensuche des Künstlers Marcel Krummrich. Ein poetischer Nachhall einer Jahrtausende alten, verblassenden Handwerkskunst, auch Blümeln genannt. Die Kunstblumenfabrik Lumpe, 2009 das erste Mal im Rahmen eines Stipendiums für eine andere Serie entdeckt, ließ den Fotografen von da an nicht mehr los und wurde zu einem Langzeitprojekt. Über viele Jahre erforschte Marcel Krummrich Raum für Raum, Stück für Stück die handwerklichen Artefakte der hessischen Kunstblumenmanufaktur Trutzhain.

Seit 1971 ist Trutzhain Teil der nordhessischen Stadt Schwalmstadt. Doch das ist nicht die gesamte Geschichte dieses Ortes. Nach der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers diente es der US-Armee als Internierungslager. Anschließend waren die Baracken für etwa ein Jahr Zufluchtsort und Durchgangsstation für osteuropäische Juden bis im Frühjahr 1948 Flüchtlinge und Heimatvertriebene in den Gebäuden des ehemaligen Kriegsgefangenlagers eine neue Heimat fanden. Sie gründeten in der Folge zahlreiche Industrie- und Handwerksbetriebe.

Ein Gebäude, in dem diese wechselvolle Vergangenheit eindrucksvoll sichtbar wird, ist die Kunstblumenfabrik Lumpe. Sie gehörte ab 1948 zu den ersten Firmen Trutzhains. Julia Charlotte Richters Film „Blumen made in Trutzhain“ gibt einen Einblick in die Geschichte der 2003 geschlossenen Kunstblumenfabrik Lumpe.

Film: Julia Charlotte Richter, 2012/2013,
„Blumen made in Trutzhain“, HD, 16:9, 39:35 min

Spartengespräche – Das neue Team des Kasseler Staatstheaters

Das Kasseler Staatstheater stellt in sechs filmischen Beiträgen das neue Team und die neuen Ideen für die nächste(n) Spielzeiten(en) vor. Dafür habe ich den O-Ton und die Mischung übernommen. Das Beitragsfoto zeigt Kameramann Till Krüger (links) und mich auf dem Theaterdach beim Abschlußstatement des neuen Intendanten Florian Lutz. Foto: Sylwester Pawliczek (ebenfalls Kamera)

Hier der offizielle Text zu den Filmen:

Ministerin Angela Dorn, Oberbürgermeister Christian Geselle, Kulturdezernentin Susanne Völker, Bernhard Striegel (Fördergesellschaft Staatstheater Kassel e. V.) und Dr. Wendelin Göbel (Bürger pro A e. V.) sowie Direktor Dr. Frank Depenheuer haben das neue Leitungsteam getroffen und spannende Gespräche geführt, die Sie nun anschauen können. 

Lernen Sie in sechs Kurzfilmen das Team kennen und erfahren Sie, was sie sich für das Staatstheater Kassel vorgenommen haben!

Eine Übersicht der sechs Spartengespräche finden Sie hier!

Einladung zur Ausstellung Point Blank von Julia Charlotte Richter

In der Ausstellung Point Blank von Julia Charlotte Richter sind drei Videoarbeiten zu sehen, für die ich den O-Ton und die Mischung übernommen habe. AND THE STARS OF THE SKY FELL TO THE EARTH ist die gerade fertiggestellte Arbeit, die sozusagen Premiere feiert. Hier nun alle Infos:

Herzliche Einladung zur Ausstellung!

POINT BLANK


Eröffnung: Freitag, 4. Juni / 18:00 – 22:00
Ausstellung: 4. Juni – 13. Juni, 2021
Öffnungszeiten: Freitag 16:00 – 19:00 / Samstag + Sonntag 14:00 – 19:00

HilbertRaum / Reuterstr. 31 / 12047 Berlin

präsentiert von Clemens Wilhelm
mit einem Text von Stefan Ewald


In ihrer Einzelausstellung POINT BLANK präsentiert Julia Charlotte Richter drei Videoarbeiten, die sich zu einer poetischen Dramaturgie verknüpfen.

Julia Charlotte Richters Kunst geht über das Individuelle hinaus, sie verwendet archetypische Symbole, die auf der Ebene des Unbewussten wirken und dort verborgene Gefühlsanteile in Schwingung versetzen. Wir können die ProtagonistInnen ihrer Videoarbeiten irgendwie „verstehen“ ohne jedoch genau zu begreifen, was da in den Figuren eigentlich vor sich geht. In jeder Betrachterin, in jedem Betrachter bleibt ein Rest an Unverständnis erhalten, der mit der Bilderwelt der Künstlerin korreliert. (Stefan Ewald)

POINT BLANK | 2019 | Video | 7:35 min | 4K 

CAMP | 2017 | Video | 9:35 min | 4K

AND THE STARS OF THE SKY FELL TO THE EARTH | 2021 | Video | 4:45 min | 4K

Sprachaufnahmen mal anders

Wenn mal kein Aufnahmeraum akzeptabel klingt, überall Menschen laut kommunizieren, der Hall zu krass ist…

Dann muss auch mal der Dachboden als Aufnahmeraum herhalten. In dem Fall für ein Voice Over eines animierten Imagefilms im Auftrag des Klinik-und Rehabilitationszentrums Lippolsberg unter der Regie von Maurice Quentin.

(Im Bild mit Sprecherin Amy)

In Produktion: Neue Videoarbeit von Julia Charlotte Richter

Am Wochenende habe ich den O-Ton für die neue Videoarbeit von Julia Charlotte Richter aufgenommen. Bisher gibts nur einen Arbeitstitel, mehr dazu demnächst. Hier aber schon mal das coronamaßnahmenkonforme Teamfoto mit Eva Dürholt (Licht und Kamera), Ben Brix (Kamera), Julia Charlotte Richter (Regie und Produktion) und neben mir Darsteller Samuel. Ich bin gespannt aufs Ergebnis!

Rückblick: „A horse with wheels“ von Clemens Wilhelm (2017)

Für „A horse…“ habe ich die Stereo-und 5.1 Mischung übernommen und auch ein paar Foleys gemacht. Sounddesign: Christian Wittmoser. Zum Inhalt:

“Once there was a man, alone in his car, driving down a highway at dawn. His mind was sliding between the states of concentration and relaxation.Then slowly he was approaching another car which was pulling a horse trailer. “A horse!”, he thought, “A horse with wheels! Riding at a hundred kilometers an hour!” He burst into laughter. “Why do we put wheels on a horse?”, he thought, “How strange we are!” This man was me, your filmmaker, and this moment was the beginning of this film.”

These are the narrator’s opening lines in A HORSE WITH WHEELS. In an essayistic style, this video attempts to reconnect us with the maker of mankind’s first piece of art, it’s first known “useless tool”. Carved in the last Ice Age, 13.000 years ago, out of a mammoth tusk, the almost unknown object “The Swimming Reindeer” shines a light on an outstanding step in human development: the arrival of art and the modern brain.

Shot in Ice Age caves in France, within a herd of 1000 reindeer in North-Norway, on the glaciers of Iceland, the vast landscapes of Scotland, and a museum in Germany, A HORSE WITH WHEELS tells the story of a journey and a seemingly impossible approximation: how can we get closer to this ancestor who made the first art object? Does it help to see the same images? Have we changed at all since the Ice Age, or is progress a deception? What do we know about our past and why do we want to believe that our ancestors were primitive? Is a camera so different from a carving knife? The “Swimming Reindeer” are a reminder of the last global warming that humanity had to survive. Was this mayor human crisis the trigger for the invention of art?