„Augen zu“ von Victoria Koberstein beim Bundesfestival Junger Film in St. Ingbert

Im „Filmblock 10 Genauer betrachtet“ läuft der Kurzfilm „Augen zu“ von Victoria Koberstein, den ich gemischt habe. Hier alle Infos zum Screening und Inhalt des Films von der Festivalhomepage:

Datum: am 08.06.24 um 20:30 Uhr
Location: Open-Air-Kino St. Ingbert

Ein Abend in einer streng konservativen deutschen Familie im Jahr 1996:
Die 7-jährige Lilith und ihre 10 Jahre alte Schwester Medea schauen heimlich fern. Als sie um die Fernbedienung streiten, erwischt sie ihre Mutter – und Medea wird hart bestraft.
Wenige Augenblicke später, im Badezimmer, beginnen die Schwestern erneut zu streiten. Ihr Konflikt wird körperlich, sie ringen und kämpfen – bis Lilith ihre Schwester mit einer solchen Wucht schubst, dass sie schwer verletzt wird.
Liliths Angst um Medea vermischt sich mit der Furcht vor Bestrafung durch ihre Mutter.
Medea, hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach elterlicher Fürsorge und der Verantwortung, ihre jüngere Schwester vor eben diesen Eltern zu schützen, trifft ihre Entscheidung derweil in aller Stille.

Regie: Victoria Koberstein
Produktion: Victoria Koberstein
Cast: Lilith Suker, Medea Suker, Astrid Meier
Drehbuch: Victoria Koberstein
Bildgestaltung: Makito Kumazawa
Szenenbild: Kim Josephine Schölch
Sounddesign: Julian Blumnauer
Maske: Julia Gens
Kostüm: Julia Gens
Editing: Victoria Koberstein
Musik: Luca A. Hettling

Regiekommentar

Ich habe eine sehr lebhafte Erinnerung an einen Streit mit meiner Schwester, den wir hatten, als ich etwa sechs Jahre alt war. Eines Abends im Bad schubste ich sie so stark, dass sie sich schwer verletzte.
Ich flehte sie an, nicht nach unseren Eltern zu rufen, da wir beide wussten, dass mir eine heftige Bestrafung drohen würde.
Meine Schwester beschloss, ihnen nichts davon zu erzählen. Bis heute glaube ich, dass sie mich schützen wollte.

Der Film Augen zu beleuchtet die Komplexität geschwisterlicher Beziehungen und zeigt auf, was für Folgen das damals noch gängige Erziehungsmodell „Zuckerbrot und Peitsche“ für Kinder und ihr Verhältnis zu sich selbst, den Geschwistern und den Eltern haben kann.

Victoria Koberstein ist in Kassel, Deutschland, geboren (*23.04.1995) und aufgewachsen und begann ihr Filmstudium in Chicago, USA, im Jahr 2014. Sie setzte ihr Studium an der Kunsthochschule Kassel im Bereich Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Film fort.
Dort führt sie Regie, schreibt, produziert und schneidet Kurzspielfilme, Dokumentationen, Tanz- und Musikfilme in Zusammenarbeit mit internationalen Filmemacher*innen.
In 2021 gründete sie die in Vellmar ansässige Filmproduktionsfirma STEINWARM und erhielt mehrfache Filmförderung durch die Hessen Film & Medien.
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit als Spielfilm-Autorin liegt auf innerfamiliären Dynamiken und dem Aufwachsen in autoritären Strukturen mit besonderem Hinblick auf die Rolle der Kinder.