BEACHTE DIE KAMERAPERSPEKTIVE!
Die Positionierung des (Angel-) Mikrofons sollte auch unter Berücksichtigung der Kameraposition gewählt werden. Stimmen „Point of view“ und „Point of listening“ überein?
Hier gebe ich regelmäßig Ratschläge, wie Ihr bessere Tonaufnahmen erstellt
BEACHTE DIE KAMERAPERSPEKTIVE!
Die Positionierung des (Angel-) Mikrofons sollte auch unter Berücksichtigung der Kameraposition gewählt werden. Stimmen „Point of view“ und „Point of listening“ überein?
Neben dem offensichtlichen Tonequipment bestehend aus Rekorder, Mikrofon, Kopfhörer usw. gibt es natürlich auch kleine unentbehrliche Gadgets, die mir in hektischen Momenten und bei kniffligen Aufgaben oft entscheidend geholfen haben. Diese möchte ich Euch nicht vorenthalten:
Die genannten Gadgets trage ich entweder am Gürtel, in der Gürteltasche Hoss von Bestboy oder sie warten in meinem Portabrace Rucksack auf ihren Einsatz. Um meinen Rücken zu schonen habe ich von allen Dingen die kleinste oder leichteste Version und verzichte auf unnötige Umverpackungen.
Liebe Eeva, danke dass Du mich darauf hingewiesen hast, daß die Gadgets mal einen Tipp wert wären!
Es geht weiter mit den Ratschlägen zu Ansteckmikrofonen: Fast alle Ansteckmikros haben Kugelcharakteristik und „hören“ in alle Richtung gleichermaßen (omnidirectional). Es ist also bei der Anbringung egal, ob das Mikrofon nach oben, unten oder zur Seite zeigt.
Ein paar Ausnahmen gibt es allerdings bezüglich der Richtcharakteristik, so zB das Sennheiser MKE40 mit Nierencharakteristik (Cardioid). Hier ist es extrem wichtig das Mikrofon in Sprecherrichtung auszurichten!
RICHTCHARAKTERISTIK BEACHTEN!
Und hier gleich noch ein weiterer Tipp zur Anbringung von Ansteckmikrofonen: Spricht der Interviewpartner eher nach links oder eher nach rechts? Danach richtet sich auch die korrekte Anbringung des Mikrofons am Kostüm. Bringt man das Mikrofon auf der sprecherabgewandten Seite an, verliert die Stimme gleich an Pegel und Verständlichkeit! Daher:
ANSTECKMIKROFONE IN SPRECHRICHTUNG ANBRINGEN!
Bei Interviews wird häufig ein dauerpolarisiertes Kondensatormikrofon, auch Lavaliermikrofon genannt, verwendet. Diese Mikrofone sind klein, leicht, relativ günstig und können entweder per Kabel oder per Funk mit dem Tonrekorder verbunden werden. Die Anbringung am Interviewpartner kann entweder versteckt unter der Kleidung oder mehr oder weniger sichtbar über der Kleidung ausgeführt werden.
WENN OPTISCH NICHTS DAGEGEN SPRICHT, BRINGE DAS ANSTECKMIKROFON FÜR DEN BESSEREN SOUND AUßERHALB DER KLEIDUNG AN!
PRÄGE DIR DIE BRENNWEITEN VON OBJEKTIVEN MIT DEREN BEDEUTUNG FÜR DEN BILDAUSSCHNITT EIN!
Wenn Du weißt, wie der Bildausschnitt bei einer 28mm Festbrennweite oder einem 70mm ausschaut ersparst Du Dir und Deinem Team am Drehtag lästiges und zeitraubendes Nachfragen wie dicht Du mit der Tonangel ran darfst – und der Drehtag ist weniger stressig.
Von Zeit zu Zeit ist es notwendig, am Set Audiogeräte aufzunehmen. Das kann ein TV sein, eine Stereoanlage, ein Küchenradio oder das Signal eines anderen Mischpults. Dafür braucht ihr die passenden Kabel oder zumindest die passenden Adapter. Von 3,5mm kleine Klinke über 6,3mm große Klinke bis Cinch und natürlich XLR – ein kleiner Koffer mit Adaptern „von allem auf alles“ rettet euch im Notfall den Drehtag!
NEHMT ADAPTER VON ALLEM AUF ALLES MIT!
Ein Fotograf schaut durch den Sucher oder auf das Display, um das Bild zu kontrollieren und das Kameradepartment schaut auf den Kontrollmonitor. Als Tonmann oder Tonfrau braucht es zum Kontrollieren und Bewerten der Tonaufnahme am Set einen hochwertigen Kopfhörer, der mehrere Eigenschaften in sich vereinen sollte.
Allen voran sollte er den Sound möglichst unverfälscht wiedergeben, also sind bassbetonende DJ Kopfhörer die falsche Wahl.
Des weiteren sollte der Kopfhörer von geschlossener Bauart sein, damit ihr pur den Kopfhörersound hört und nicht noch zusätzlich die Außengeräusche.
Besonders wichtig ist auch der Tragekomfort, schließlich hat man das Ding an manchen Drehtagen stundenlang (oder für Spielfilmdrehs sogar wochenlang) auf dem Schädel sitzen. Bevorzugt ihr ohraufliegende (supraaurale) oder ohrumrundende (circumaurale) Hörmuscheln? Passt die Länge des Bügels, stört das Kopfpolster? Ist der Anpressdruck an den Kopf auch bei langen Aufnahmetagen schmerzfrei?
Als weiteres Kriterium für Kopfhörer gilt, wie platzsparend sie sich zusammenfalten und in der Tontasche verstauen lassen.
Achtet auch auf die Kabellänge und Kabelart! Den beliebten Sennheiser HD25 gibt es z.B. mit geradem Kabel oder mit Spiralkabel!
Und zu guter letzt finde ich bedeutsam, ob es einzelne Komponenten des Kopfhörers als Ersatzteil zu kaufen gibt (und zu welchem Preis).
Gerne verrate ich auch, für welchen Kopfhörer ich mich entschieden habe und schicke die gute Nachricht hinterher, daß dieser sowohl alle gewünschten Eigenschaften als auch einen moderaten Preis (ca. 100€) in sich vereint: Sony MDR-7506 (ich werde übrigens nicht bezahlt von Sony für diesen Tipp)
Zusammenfassend:
BENUTZT HOCHWERTIGE GESCHLOSSENE KOPFHÖRER ZUM KONTROLLIEREN EURER AUFNAHMEN!
Ein Wackelkontakt im Mikrofonkabel ist ärgerlich und kann den ganzen Drehtag ruinieren, wenn kein Ersatz zur Hand ist. Spart nicht an der falschen Stelle und
NEHMT ERSATZKABEL MIT!
Die empfindlichen Filmtonmikrofone brauchen bei allen Außenaufnahmen einen Windkorb und ein Fell, um eine mechanische Auslenkung der Mikrofonmembran durch Wind oder auch durch „Fahrtwind“ beim Angelschwenken zu verhindern! Meine Empfehlung dazu sind Windkörbe und Felle von Rycote, die leider aber auch nicht günstig sind.

BENUTZT BEI AUßENAUFNAHMEN EINEN WINDKORB UND SCHON BEI MITTLEREN WINDGESCHWINDIGKEITEN EIN FELL DARÜBER!
Der heutige Tontipp liest sich wie eine Selbstverständlichkeit, ist aber tatsächlich ernst gemeint und von allen Tontipps der wichtigste:
HÖREN!
In der Tat gilt es vor der Aufnahme am Set genau hinzuhören! Sind alle Kühlschränke, Klimaanlagen, Ventilatoren und surrenden Computer ausgeschaltet? Im Alltag überhören (im Fachchinesisch „maskieren“) wir nämlich gerne diesen Grundteppich an Störgeräuschen, unsere Mikrofone können das jedoch nicht. Glaubt nicht, man könne das ja alles später in der Nachbearbeitung entfernen! Der beste Zeitpunkt, unerwünschte Geräusche aus den Aufnahmen rauszubekommen, ist vor dem Drücken des Aufnahmeknopfes! Dafür müsst ihr „technisch“ hören, also den Maskierungseffekt bewußt überwinden.

Und noch ein schneller Tipp zur Kleidung am Set:
TRAGT SCHWARZE KLEIDUNG!
Solltet ihr doch einmal ungewollt in einer Spiegelung oder Bildkante zu sehen sein, dann ist schwarz unauffälliger als jede andere Farbe und das Material kann doch verwendet werden.
Was passiert eigentlich mit dem aufgenommen Originalton? Wie werden die Dateien synchron an das Bild angelegt? Welche Effekte werden benutzt? Wenn man sich und seine Arbeit am Set verbessern will, dann sollte man Kontakt zur Tonpostproduktion suchen und sich ein Feedback zum O-Ton holen, sich über die neuesten Methoden der Nachbearbeitung informieren und daraus die Rückschlüsse für die Arbeit am Set ziehen.
HALTET KONTAKT ZUR TONPOSTPRODUKTION UM DIE EIGENE ARBEIT ZU VERBESSERN!
Als Tonangler/in gilt es zu verhindern, selbst im Bild zu erscheinen. Besonders schwierig kann das an Motiven mit Spiegeln oder spiegelnden Flächen wie Autolack werden. Um euch und dem Team zeitraubende Rückfragen dazu beim Kameradepartment zu ersparen, könnt ihr Euch mit der optischen Regel „Einfallswinkel = Ausfallswinkel“ behelfen. Wenn ihr also die Kamera in der Spiegelung seht, dann sieht sie euch auch!
ACHTET AUF SPIEGELUNGEN!
Wenn man wie ich den Ton zumeist sowohl aufnimmt als auch angelt, gilt es auf die passende Kleidung zu achten. Gerade im Winter tragen viele Menschen Jacken aus synthetischen Fasern, die bei Bewegung rascheln und knistern. So lässt sich aber kein sauberer Ton angeln!
TRAGT RASCHELFREIE KLEIDUNG!
Speziell bei langen Aussendrehs in der Kälte ist es zusätzlich noch wichtig, viele Taschen für das Zubehör zu haben (siehe Tontipp Nr.06). Eine günstige Lösung dafür sind z.B. Second Hand Bundeswehr-Parka, die beide Kriterien erfüllen.